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Zum Schnitzen sehr gut geeignete Holzarten

Sehr gutes Schnitzholz liefert uns die Eiche (Quercus robur, Q. petrea).
Ist das empfindliche, sehr schmale Splintholz entfernt überdauert die Eiche unbehandelt fast alle Holzarten. Besonders unter Wasser ist Eichenholz fast unbegrenzt haltbar. Venedig u. Amsterdam stehen zu großen Teilen auf deutschen Eichenpfählen!
Für größere Skulpturen steht die Eiche hierzulande in geeigneten Dimensionen zur Verfügung, allerdings müssen die Stämme entsprechend länger liegen um wenigstens einen Teil der Feuchtigkeit entweichen zu lassen. Das dicht gewachsene Eichenholz trocknet nur sehr langsam. Oft findet man beim Schnitzen alter Eichen eingeschlossene Holzfehler wie Faulstellen, Verwachsungen, Bockkäfer-Fraßgänge oder Verfärbungen wie die Hartröte (Leberpilz). Dies sollte, sofern das Ausmaß gering, als interessante Bereicherung und nicht als Wertminderung angesehen werden. Allerdings schließt stärkerer Bockkäferbefall eine Verwendung als Bauholz aus statischen Gründen aus. Durch den meist engen Jahrringaufbau treten selten einzelne starke, meist kleinere Risse auf, die sich bei feuchtem Wetter wieder schließen können.
In Eichenholz darf kein Eisen eingeschlagen werden, die Gerbsäure der Eiche reagiert darauf mit einer blauschwarzen Verfärbung (deshalb Edelstahl-Wellenband und ES-Schrauben). Engringiges Eichenholz wird als mild bezeichnet und zum Möbelbau und als Furnierholz verwendet. Weite Jahrringe bedeuten bei Eiche schweres, hartes Holz, dieses findet als Bau- und Konstruktionsholz Verwendung.
Eine Stieleiche in Bulgarien ist mit über 1600 Jahren der älteste Baum Europas. Die deutsche Eiche war Baum des Jahre 1989.

Lärche (Larix)    
Deutliche Jahrringsgrenzen, Harzgallen, Verwachsungen und der oft exzentrische Kern ergeben ein interessantes, sehr lebhaftes Holzbild.
Die Lärche ist nach der, leider seltenen Eibe, unsere schwerste, härteste, älteste und bis 800 Jahre alt werdende einheimische Nadelholzart. Douglasie ist schwerer aber eigentlich bei uns nicht heimisch. Lärchenholz bedarf  einer langen und sorgfältigen Trocknung, um die recht hohe Reißneigung „normal“ gewachsenem Holzes zu unterbinden. Lärche reagiert sehr stark auf Mondphasen. Bei abnehmendem Mond gefällte, langsam gewachsene, astige Bäume reißen nach richtiger Lagerung deutlich weniger. Aber auch hier lassen sich Risse nie ganz vermeiden. Die besten Eigenschaften hat durchgehend engringiges, astiges Holz (Gebirgslärche).
Die oft unterschiedlichen Jahrringbreiten im Querschnitt resultieren aus dem schnellen Reaktionsvermögen der Lärche auf Umwelteinflüsse wie Wind, Beschattung und Freistellung. Auch hier, wie bei breitringigem Holz, ist die Reißneigung durch unterschiedliche Spannungen im Holz erhöht.
Lärchenholz kann als sehr dauerhaft eingestuft werden, allerdings ist sie im staunassen Erdkontakt nicht sehr standhaft, dies läßt sich aber durch konstruktiven Holzschutz vermeiden.
Durch ein frühes Verkernen besitzt die Lärche nur einen schmalen Splint.
Lärche ist kein besonders gutes Brennholz. Im Alpenraum soll es  sogar Kamine aus Lärchenholzbohlen geben.
Ihr Holz eignet sich gut zum Flämmen. Beim Flämmen wird die Holzmaserung durch einen Bunsenbrenner sehr deutlich schwarz betont.

Einen besonderen Holzaufbau hat die Ulme (Ulmus).
Sehr attraktiv schokoladenbraun gemasert reißt das sog. „Reifkernholz“ nur mäßig, allerdings lässt es sich sehr schwer bis überhaupt nicht mit der Hand spalten spalten (ab ca. 30 cm Ø).
Die oft zahlreichen Stamm- und Stockaustriebe ergeben ein sehr lebhaft gemasertes Holzbild.
Ulmenholz wird im Handel als „Rüster“ bezeichnet.
Das zähe Ulmenholz ist bestens für mechanisch stark beanspruchte Bauten wie Wagenräder, Holzwaffen und Werkzeugstiele geeignet.
Ulmenholz ist leider im wechselfeuchtem Milieu nur mäßig dauerhaft, unter Wasser verbaut kann es allerdings als sehr dauerhaft eingestuft werden.
Eine sehr unangenehme Eigenschaft des Ulmenholzes ist der z.T. sehr strenge Geruch der beim Schleifen und Verbrennen entsteht (bes. bei Flatterulme).
Mit der Züchtung resistenter Ulmenarten versucht man dem Ulmensterben beizukommen. Diese Krankheit wird durch einen Pilz ausgelöst der in den Fraßgängen des Ulmensplintkäfers wächst und die Zellen und Wasserleitbahnen des Holzes verstopft. Besonders in Holland hat das Ulmensterben großen Schaden verursacht.
Ulmenrinde wurde früher wg. ihrer heilende Wirkung sogar in Apotheken verkauft und zum Gerben genutzt. Ihr Laub hat den höchsten Futterwert aller heimischen Laubholzarten fürs Vieh. Heute allerdings unbedeutend, weil es kaum noch nennenswerte Ulmenbestände gibt.
Ulmenholz ist das europäische Holz mit dem höchsten Heizwert. Ulme verbrennt mit über 1300 C. und ergibt kaum Asche!
Mein Opa nutzte im Krieg als Hufschmied Ulmenholz als Steinkohleersatz zum Schmieden.
Sehr alt werdende Baumart und Baum des Jahres 1992 (Bergulme).
Ulme ist mir, mit der Eiche, das liebste Schnitzholz, nur leider selten zu bekommen.

Esskastanie (Castanea sativa)
Die Ess- oder Edelkastanie ist eine typ. Baumart der Mittelmeerländer mit sehr guten Holz- und Baumeigenschaften.
Da sehr raschwüchsig, ausschlagfreudig und mit schmalem Splint ist sie zur Pfahlherstellung im Niederwaldbetrieb bestens geeignet.
Das Holz bedarf  wegen des sehr hohem Gerbsäuregehaltes keines Holzschutzes.
Bei Verschraubungen sollten Edelstahlschrauben Verwendung finden um einer Verfärbung durch Gerbsäurereaktionen (wie bei Eiche) vorzubeugen.
Die Rinde ist  resistent gegen leichte Waldbrände und wurde oft zum Gerben verwendet.
Da besonders unter Wasser sehr dauerhaft, wurde sie zum Fass- und Schiffsbau genutzt.
Die Früchte, Maronen genannt, mit ihren vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten zählen in einigen südl. Ländern noch heute zum Grundnahrungsmittel!
Edelkastanien sind sehr wärmeliebend und durch den Klimawandel ein Baum der Zukunft.
Trotz des hohen Nutzwertes forstlich bei uns leider ein wenig in Vergessenheit geraten.
Die Esskastanie ist mit den Eichen verwandt (ähnlicher Holzaufbau) und nicht mit der Rosskastanie.
Aufgrund der Wetterfestigkeit und der attraktiven Holzmaserung sehr guter Tropenholz (Teak)-Ersatz.
Die Esskastanie ist in der Südschweiz heute noch die wichtigste und häufigste Baumart.
Sehr alt werdend.

Thuja
Ätherische Öle lassen das Holz der „Western red Cedar“ (Holzhandelsname) stark und angenehm duften. Leider ist das hervorragende Schnitzholz bei uns in brauchbaren Stärken nur sehr schwer zu bekommen. Die „Western red cedar“ ist mit den eigentlichen Zedern nicht verwandt sondern gehört zu den Zypressengewächsen. Bei uns ist sie besser als Thuja (plicata) oder Riesenlebensbaum (fälchlicherweise auch als Kanad. Rotzeder) bekannt.
Der Riesenlebensbaum wächst in seiner Heimat (Nordwestamerika) zu einem mächtigen Waldbaum heran. Er erreicht Höhen von über 70 m und Ø von über 6 m! Bis 1000 Jahre alt werdend!
Traumhaft gemasertes Holz, minimal schrumpfend, so gut wie nicht reißend, harzfrei und außerordentlich witterungsfest machen das Holz auch zum besten & teuersten Blockhausholz.
Als Blockhausbauholz besitzt es beste Dämm- und Isolierungseigenschaften.
Die Indianer fertigten aus ihr schon Totempfähle und Kanus. Durch den sehr geraden aber abholzigen Wuchs auch hervorragend als Schiffsmasten und zur Dachschindelherstellung geeignet.
In Nordamerika forstlich sehr bedeutend.
Da sehr nässeresistend findet es auch als Saunaholz Verwendung.
Thujaholz gehört zu den leichtesten (ca. 400 Kg/m3) aber dauerhaftesten Nadelhölzern.
Ein Stück Holz des Riesenlebensbaumes hilft gegen Motten im Kleiderschrank, nicht zu verwechseln mit echtem Zedernholz, das hat keine abschreckend Wirkung auf Motten.  
Hervorragendes Schnitzholz, allerdings sollte es aufgrund seiner geringeren Festigkeit als Konstruktionsholz z.B. beim Dachstuhlbau durch Douglasie ersetzt werden.
Neben dem Riesenlebensbaum ist auch der Abendländische Lebensbaum als Schnitzholz gut zu gebrauchen. Die Holzeigenschaften stehen dem des Riesenlebenbaumes kaum nach.
Holzhandelsname: „Eastern White Cedar“.
Das Holz des Abendländischen Lebensbaumes besitzt in etwa die gleichen Eigenschaften wie Red-Cedar, allerdings ist das Holz noch spröder, die Holzfarbe deutlich heller und der Duft nicht so intensiv.
Leider sind die beiden Thuja-Arten und die sehr ähnliche Scheinzypresse (Chamaecyparis, überhängender Wipfeltrieb) hierzulande in vernünftigen Ø kaum zu bekommen.
In Deutschland sind diese Baumarten fast frei von tierischen und pflanzlichen Schädlingen.
Zypressen gedeihen bei uns in vielen Arten als Ziergehölz, da sie sehr schnittverträglich sind werden sie oft als Hecke genutzt. 
Alle Pflanzenteile, besonders die Blätter der Thuja sind für Mensch und Tier sehr giftig!

Mammut
Mammutbäume zeigen enorme Wuchsleistungen mit Höhen über 100 m und Ø über 10 m.
Das Gewicht eines solchen Baumriesen beträgt über 2000 to. (vergl. Blauwal max. 150 to).
Sehr alt werdende Bäume, in Kalifornien stehen Mammutbäume seit über 3000 Jahren!
Der wissenschaftliche Name „Sequoia“ kommt von „Sequoyah“, einem Irokesen-Häuptling.
Sehr weiches, faseriges Holz. Das Kernholz und die Rinde sind von hoher natürlicher Resistenz gegen Fäulen. Allerdings eignet es sich aufgrund seiner recht hohen Sprödigkeit nicht als Bau- und Konstruktionsholz.
Die bis 40 cm dicke Rinde ist recht feuerfest und wurde früher zu Isolierplatten verarbeitet.
Leider als gutes Schnitzholz sehr selten weil Mammut besonders als Solitär zu schnell wächst, d. h. enorme Jahrringbreiten bildet sodass die Kernbildung nicht nachkommt. Die Folge: Ein sehr breiter Splint und ein zu kleiner Kern mit z.T. recht schlechter, unregelmäßiger weil zu schneller Verkernung.
Ein Küstenmammutbaum, (Sequoia sempervirens) ist z.Zt. mit über 115 m der höchste lebende Baum der Welt. Er wächst im Redwood-Nationalpark in Kalifornien.
Der Küstenmammutbaum gehört mit der Douglasie und einer Eukalyptusart zu den höchsten Bäumen der Welt.
Holzhandelsname: „Redwood“.
Der Riesen- oder Bergmammutbaum, (Sequoiadendron giganteum) nicht ganz so hoch aber dicker als der Küstenmammutbaum werdend. Der mächtigste Mammutbaum der Welt ist der „General Sherman“. Er steht im Sequoia-Nationalpark (Kalifornien) ist zwar „nur“ 84 m hoch hat aber die meiste Holzmasse mit fast 1500 m³.
Bergmammutbäume gehöhren mit über 3000 Jahren zu den ältesten Lebewesen der Erde.
Die 3. Mammutbaumart ist das Chin. Rotholz o. Urwelt-Mammutbaum (Metasequoja glyptostroboides).
Erstaunlich alte, aus dem Teritär erhaltene Baumart (lebendes Fossil). 1940 in Japan wiederentdeckt.
Eigentlich kein Mammutbaum weil nur max. 50 m hoch werdend. Allerdings ist er nahe mit den „echten“ Mammutbäumen verwandt und zu verwechseln mit der ebenfalls laubabwerfenden Sumpfzypresse (Taxodium).
Durch stark einwachsende Äste und die dann enstehende deutliche Einwallungen, hat das Holz des Urweltmammutbaumes nur einen geringen Nutzwert.

 

Relativ gut geeignete Holzarten

In der Robinie (Robinia pseudoacacia) finden wir unsere härteste Holzart, aber in größeren Durchmessern selten, ziehen wir die Eiche der „falschen Akazie“ vor.
Das sehr ansprechende gelbgrüne bis gelbbraune ausserordetlich harte Kernholz ist von einem hellen sehr schmalen Splint umrandet. Jedoch sollte es mit einer pigmenthaltigen Lasur behandelt werden da es rasch nachdunkelt und vergraut.
Das Kernholz ist nur mechanisch zerstörbar und der Witterung ausgesetzt sogar dauerhafter als das der deutschen Eiche.
Robinienholz lässt sich auch mit schärfster Kette nur sehr anstrengend bearbeiten. Leider reißt es zudem sehr stark.
Robinie lässt sich so gut wie nicht vernageln. Verschraubungen müssen bei unbedingt vorgebohrt werden. Robinienholz lässt unvorgebohrt stärkste Schrauben abscheren!
Robinie hat so gut wie keine ernst zu nehmenden Schädlinge, (gelegentlich Eschenbaumschwamm; ein Wurzelstockpilz der für Kernhöhlungen schon an jungen Robinien verantwortlich ist).
Aus Robinienholz wurden früher stark beanspruchte Teile wie Wagen- und Mühlräder hergestellt. 
In der Jugend raschwüchsig und durch das frühe Verkernen und den schmalen Splint eignet sie sich besonders für Zaunpfosten und Rebpfähle.
Das Holz der Robinie ergibt sehr gutes Brennholz; es hat einen sehr hohen Heizwert, lässt sich leicht spalten und trocknet recht schnell aus.

Leider stark reißend und harzärmer als Lärche, gibt sich das sehr dauerhafte aber durchaus attraktive Holz der Douglasie (Pseudotsuga menziesii). Holzhandelsname: „Oregon Pine“.
Das schwer von der Lärche unterscheidbare rötliche Kernholz zeigt weniger Harzgallen und Verwachsungen und wirkt dadurch nicht so lebhaft wie Lärchenholz.
Douglasienholz liegt mit seiner Dauerhaftigkeit deutlich unter Lärche und deutlich über Fichte, d.h. gelegentliche Nässe schadet ihr nicht.
Douglasie eignet sich in hervorragender Weise zum Bau von Gartenmöbeln, hier ist allerdings Wert auf einen konstruktiven Holzschutz zu legen.
Die aus Nordamerika eingeführte, raschwüchsige Holzart ist im trockenen Zustand sehr anstrengend zu bearbeiten und gehört zu den schwersten, hier wachsenden Nadelhölzern.
Wenn die Douglasie bei mir als Schnitzholz Verwendung findet, werden die Figuren im Trockenraum „zwangsgetrocknet“ um Risse zu provozieren. Meist reißt sie dann mit einem kapitalen, glatten Riss, der repariert und mit Lasur überstrichen fast unsichtbar wird.
Hervorragende Eigenschaften als Bau- und Konstruktionsholzholz. Mit Douglasie lassen sich sehr lange und tragende Konstruktionen bauen.
Douglasie liefert erstaunlich gutes Brennholz.
Die besonderen Eigenschaften als Nutzholz machen die Douglasie zur wichtigsten fremdländischen Holzart.
Einer der höchsten Baumarten überhaupt, in Nordamerika bis weit über 100 m hoch und 4 m im Ø werdend. (Küstendouglasie).
Eine Douglasie ist z.Zt. auch Deutschlands höchster Baum mit über 63 m im Freiburger Stadtwald.

Skulpturen aus Holz, die im Freien aufgestellt werden, können unter günstigen Umständen (gute Verkernung) auch aus einer Schwarzkiefer (Pinus nigra) sein.
Das Holz der Schwarzkiefer ist grobastiger, harzreicher und etwas witterungsbeständiger als das der gemeinen Waldkiefer (sofern eine ordentliche Verkernung vorliegt). Auf einen Holzschutzanstrich sollte man hier aber dennoch nicht verzichten.
Der rotbraune, im Vergleich zur normalen Kiefer kleinere Kern, steht optisch in Gegensatz zur groben Maserung mit vielen Ästen, das macht das Holz trotz des hohen Splintholzanteiles sehr attraktiv. Besonders in Österreich wird die Schwarzkiefer stark zur Gewinnung von Harz herangezogen. Regelmäßig wird das durch Fischgrätenschnitte hinunterlaufende Harz von den sog. „Harzern“ geerntet und zu Terpentin verarbeitet. Geharzte Bäume zeigen keine Wuchsminderungen und sind aufgrund eines erhöhten Harzanteiles im Stamm (sog. „Kienholz“) für bestimmte Verwendungen besonders geeignet. Kienholz, auch durch die Krankheit „Blasenrost“ ausgelöst, brennt lichterloh und eignet sich sehr gut zum Feueranmachen. Im Mittelalter wurden aus Kienholz Scheiterhäufen zur „Hexenverbrennung“ errichtet. Kienholz tritt auch relativ oft, durch eine Bakterienerkrankung ausgelöst, an der gem. Waldkiefer auf.
Die Schwarzkiefer ist die in Gärten am häufigsten angepflanzte Kiefernart.
Bis 500 jahre alt werdend.

Beliebtes Schnitzholz, weil häufig, billig und dick, liefert uns die Pappel (Populus).
Pappelholz lässt durch den typischen Nasskern nur langsam seine Feuchtigkeit entweichen und ist dann im trockenen Zustand sehr leicht. Der Gewichtsunterschied vom frischen zum trockenen Holz ist bei der Pappel sehr deutlich: Frisch so schwer wie Eiche, trocken so leicht wie Fichte.
Der verwachsene Jahrringaufbau ähnelt dem der Strobe. Wie auch diese reißt Pappelholz so gut wie nicht (Laubholz mit Nadelholzeigenschaften).
Durch das vierteln starker Stämme kann das günstige Reißverhalten der Pappel noch weiter verbessert und so auch Figuren für den Innenbereich hergestellt werden. Diesen Vorteilen stehen die Nachteile der langweiligen Maserung des hellen, schmutzigweißen Holzes und der Anfälligkeit für Wetter und holzzerstörende Pilze gegenüber.
Figuren aus Pappel müssen der Witterung ausgesetzt unbedingt behandelt werden.
Eine Pilzgrundierung verhindert das Auftreten von Pilzen wenn das Holz durch den Nasskern noch Restfeuchte besitzt. Ein regelmäßiger Anstrich mit offenporigen Lasuren ist unbedingt anzuraten. Abgesehen davon verlangt das unattraktive Holzbild der Pappel schon nach einem Anstrich.
Ein funktionierender konstruktiver Holzschutz ist beim aufstellen im Freien auch sehr wichtig. Figuren aus Pappelholz sollten besser regengeschützt aufgestellt werden.      
Das Holz mit farblich abgesetztem Kern (Ausnahme: Zitterpappel ohne Farbkern) findet sehr vielfältige Verwendungen:  Sperrholz, orthopädische Industrie (Prothesen), Streichhölzer, Verpackungskisten, Papier und Zellstoffindustrie.
Da sehr raschwüchsig wird die Pappel oft als Plantagenholz zur Zellstoffgewinnung angebaut.
Und ein Vorteil der Pappel beim Schnitzen: Die Kette ist immer schön sauber!
Die Schwarzpappel war Baum des Jahres 2006 (reine Schwarzpappel ist die einzigste Pappelart an der keine Misteln vorkommen!)

Ein wunderbar hellbraun/rötlichbraun gemasertes Holzbild finden wir in der Zeder (Cedrus, Echte Zedern nur 4 Arten).
Der im Alter oft mehrstämmige und häufig blaubenadelte Baum gehört zu den beliebtesten Garten- und Parkbäumen. Wie bei vielen schnell wachsenden Nadelholzarten die in Gärten als Solitär angepflanzt werden, so kommt es auch bei der Zeder zu einer schlechten Verkernung (breiter Splint).  Dieser für unsere Zwecke „mangelhafte“ Holzaufbau schließt dann eine Verwendung als Schnitzholz leider aus.
Gut gewachsenes Zedern-Kernholz ist sehr dauerhaft, zeigt aber eine sehr hohe Reißneigung und ist sehr harzarm.
Durch ihre mehrstämmige Wuchsform ist sie forstlich unbedeutend.
In Äqypten wurde Zedernharz zum einbalsamieren der Mumien genutzt. Auch die Särge fertigten sie aus (importiertem) Zedernholz.
Zeder wird umgangssprachlich fälchlichweise oft mit „Cedar“ (Zypressengewächse) verwechselt.

Eibe (Taxus, vom griech.Toxon für Bogen). Baum des Jahres 1994.
Eibenholz besitzt keine Harzkanäle und ist somit harzfrei.
Durch sehr langsames Wachstum entsteht ein sehr enger Jahrringaufbau, dadurch ist es sehr schwer, sehr hart und durch eine intensive Verkernung sehr dauerhaft, auch für Wasser- und Erdeinbauten. Eibenholz ist sehr gutes Drechslerholz mit einer prächtige Holzfarbe.
Alle Pflanzenteile, außer der roten Fruchthülle, sind sehr giftig. 50 bis 100 Gramm Eibennadeln sind für den Menschen tötlich!
Eibe ist sehr selten und wird sehr alt. Eibe ist die älteste heimische Baumart.
Die Balderschwanger Eibe ist ca. 900 bis 1200 Jahre alt, wahrscheinlich der einzige 1000-jährige Baum in Deutschland!
Eibe ist sehr ausschlagfreudig, ausserordentlich schnittverträglich und hat keine ernst zunehmenden Schädlinge (sehr selten Schwefelporling).
Durch das langsame Dickenwachstum leider in brauchbaren Dimensionen nur äußerst selten zu bekommen.
Das sehr elastisches aber feste Holz wurde und wird gerne zum Bau von Bögen verwendet.
Ötzi trug auch einen Eibenbogen bei sich.

 

Eher ungeeignete Holzarten:

Eine ähnliche Kernzeichnung wie Lärche und Douglasie zeigt die Waldkiefer (Pinus sylvestris).
Das Kernholz ist, der Witterung ausgesetzt leider nicht so dauerhaft wie allgemein hin angenommen. Das breite Kiefernsplintholz ist wenig witterungsbeständig und wenig widerstandsfähig gegen Pilze. Kiefernholz reißt leider relativ stark.
Durch den Befall des Bläuepilzes eignet sich das Holz der gemeinen Kiefer nur für den farblichen Anstrich oder nur Pilzbehandelt für das natürliche Vergrauen. Der bei vielen Nadelholzarten anzutreffende Bläuepilz verändert lediglich die Holzfarbe. Deshalb sollte Kiefer nur bei Frost eingeschlagen werden. Die blauen bis schwarzen Verfärbungen haben keinen Einfluss auf die Holzfestigkeit.
Die Kiefer ist das Bauholz des Nordens, im Süden überwiegt die Fichte.
Neben der Lärche ist die Kiefer unsere harzreichste heimische Baumart.
Das Holz ist spröder als das der Fichte, Weisstanne oder Douglasie. Von einer hohen Beanspruchung als langes Konstruktionsholz ist daher abzusehen. Allerdings verwendete man Kiefernholz gern als Grubenholz weil es bei Überlastung zu einem langsamen Sprödbruch führt. Kiefernholz hat eine hohe „Warnfähigkeit“ und knackt lange bevor es bricht.
Die Bezeichnung „Kiefer“ leitet sich aus dem im 15. Jarhundert gebräuchlichen Wort „Kienföhre“ ab.
Bernstein, das “Gold des Nordens“, ist viele Millionen Jahre altes, verhärtetes Kiefernharz.
Die Waldkiefer war Baum des Jahres 2007.

Eines der  leichtesten bei uns wachsenden Hölzern bildet die Strobe oder Weymouthskiefer (Pinus strobus).
Die Strobe ist eine 5-nadelige Kiefernart mit sehr weichen Nadeln und häufig weißem Harzausfluss am Stamm.
Strobenholz reißt so gut wie nicht und ist sehr bläuepilzempfindlich.
Im hellen Holz ist die Splint/Kern Abgrenzung nicht so deutlich ausgeprägt wie bei Lärche, Kiefer oder Douglasie. Ein Holzschutzanstrich, auch aus optischen Gründen, ist hier dringend zu empfehlen. Eine Bakterienerkrankung lässt Stroben bei uns nicht mehr sehr alt werden. Ist sie erst vom „Blasenrost“ befallen stirbt sie sehr rasch.
Aus Strobenstämmen wurden früher Mastbäume für Schiffe gefertigt.
Die astigen Zopfstücke starker Stroben werden gerne als Zirbelkiefer-Imitat im Handel angeboten. Die Unterschiede zum deutlich wertvolleren Zirbelholz kann nur der Fachmann ausmachen.
Ihr Holz ist gelegentlich als „White Pine“ im Handel.

Das leichte und helle Holz der Fichte (Picea abies) zeigt keine Kernzeichnung.
Unbehandelt vergeht das im trockenen Zustand schlecht zu bearbeitende Holz sehr schnell, daher ist wiederholter Holzschutz sehr wichtig. Zum Schnitzen eignen sich nur starkastige Stammstücke, da die Fichte auch nach richtiger Behandlung stark reißt. Starkastiges Holz reißt durch die Astverwachsungen weniger und ist zudem deutlich attraktiver gefärbt (Lignineinlagerungen im Druckholz) allerdings darf dies nicht mit der gelegentlich auftretenden Rotstreifigkeit verwechselt werden; hier kann davon ausgegangen werden, dass das Holz bald fault.
Der älteste Baum der Welt steht in Schweden: Ein Wurzelstock einer immer wieder austreibenden Kümmerfichte mit einem Alter von über 9500 Jahren! Und damit deutlich älter als die Grannenkiefern in den White Mountains (über 4000 Jahre alt)!

Wenige Unterschiede gibt es zum Holz der Weisstanne (Abies alba). Baum des Jahres 2004.
Der Witterung ausgesetzt ist sie wohl etwas dauerhafter als die Fichte. Die Weisstanne besitzt keine Harzkanäle und damit eigentlich kein Harz. Um sich selbst zu reparieren kann sie bei Stammverletzungen Harzkanäle im verwundeten Holzbereich bilden (traumatische Harzkanalbildung).
Erwähnenswert ist der große Gewichtsunterschied vom frischen; sehr schweren, zum trocknen; sehr leichtem Holz.
Ähnliche schnitz- und witterungsuntaugliche Eigenschaften wie Fichte und Weisstanne zeigen die Große Küstentanne, die Coloradotanne und die Blaufichte. Starker Harzfluss täuscht über eine hohe Anfälligkeit für Pilze, das Wetter und Risse hinweg.
Weisstanne unterscheidet sich u. a. von der Fichte, dass man keine „Tannenzapfen“ auf dem Boden finden kann. Fichten und Douglasienzapfen wachsen hängend und fallen als ganzes vom Baum, echte Tannenzapfen wachsen aufrecht und zerfallen schon auf dem Baum.
Die Weisstanne ist ein Reifholzbaum (Holz mit Kern aber nicht farblich abgesetzt) mit breitem Splint und mögl. Nasskern.
Leider zeigt das Holz der Weisstanne, wie die Fichte, eine starke Reissneigung.

Das Holz der aus Nordamerika stammenden Roteiche (Quercus rubra) ist nicht so haltbar wie das Holz der Deutschen Eiche aber dauerhafter als manch andere Laubholzart. Ist der anfällige Splint entfernt überdauert das natürlich imprägnierte rötliche, sehr harte Holz doch einige Jahre. Leider neigt es stark zum reißen ist aber relativ gut pilzresistent sofern es keiner dauerhaften Nässe ausgesetzt wird.
Roteichenholz lässt sich, ähnlich wie Obstbaumholz, durch seine Härte nur sehr mühsam bearbeiten.

Das recht schwere Holz, der zu den sog. Buntlaubhölzern gehörenden Esche (Fraxinus) ist nur mäßig witterungsbeständig. Sehr elastisch, eignet es sich in hervorragender Weise als Sportgerät und Werkzeugstiel und gehört zu den wertvolleren Furnierhölzern.
Der nicht immer sichtbare braune, oft unregelmäßige Kern, ist von einem breiten gelblichen Splint umrandet. Eine Besonderheit des Eschenholzes besteht darin, das Splint und Kernholz die gleichen Eigenschaften im Bezug auf Festigkeit und Haltbarkeit aufweisen.
Esche war Baum des Jahres 2001.

Unbehandelt leider nicht sehr witterungsbeständig und anfällig gegenüber Pilze, ist das sehr dekorative Holz der Kirsche (Prunus).
Das sehr feste, dichte rötlich/braune Kirschenholz ist eine der wertvollsten Furnierholzarten (Mahagoni-Ersatz).
Leider reißen alle Kirschenholzarten sehr stark.
Die Vogelkirsche war Baum des Jahres 2010.

Das schwere, zähe Walnussbaumholz (Juglans) gehört zu unseren wertvollsten Nutzhölzern.
Leider ist das harte, schokoladenbraune, oft fleckige Holz mit hellem (als Solitär sehr breitem) Splint nicht resistent gegen holzzerstörende Pilze. Der Witterung ausgesetzt ist es kaum beständig. Gelegentlich bildet der Walnussbaum Wurzelmaserknollen, diese werden auf Holzversteigerung zur Herstellung von Furnieren und Jagdgewehrschäften sehr teuer gehandelt. Walnussbäume sind meist nur noch in Gärten zu finden, im Forst sind sie leider sehr selten anzutreffen.
Der Walnussbaum war Baum des Jahres 2008.

Intensive, sogar bunte Holzzeichnungen finden wir bei den Obstbäumen.
Die der Witterung ausgesetzt, sehr anfälligen, harten und sehr dichten Hölzer lassen sich nur sehr anstrengend bearbeiten. Aus den i.d.R. geringen Ø der Obstbäume lässt sich kaum etwas schnitzen. Bei größeren Ø ist oft mit einer Kernfäule zu rechnen.

Bei den „eher ungeeigneten Holzarten“ ist wiederholter und richtiger Holzschutz sowie das richtige Aufstellen der Skulptur sehr wichtig, um die zum Teil sehr attraktiv gezeichneten Holzarten längstmöglich zu erhalten.

 

Völlig ungeeignete Holzarten:

Buche
Hainbuche
Ahorn
Birke
Weide
Erle
Linde
Götterbaum
Sorbus (z.B. Eberesche, Mehlbeere)
Platane
Rosskastanie

Diese Holzarten „verstocken“  sehr rasch, da hier ein wirksamer Holzschutz durch eine Kernbildung fehlt.
Eine Verstockung (Nassfäule) wird vor allem durch Schimmelpilze hervorgerufen, später auch durch Weißfäule z.B. durch Trameten.

Bei der Linde sei hier angemerkt das Lindenholz das beste Schnitzholz liefert – für den Innenbereich. Draußen, der Witterung ausgesetzt vergeht es sehr schnell.

 

Kernholz

Die Ausbildung eines farblich abgesetzten Kernes bedeutet nicht zwangsläufig einen hohen nätürlichen Holzschutz.
So haben „schlechte“ Holzarten wie Pappel und Weide auch einen Farbkern. Der gelegtliche Farbkern bei Esche und der gelegentliche Spritzkern bei Birke, Ahorn und Rotbuche vergehen der Witterung ausgesetzt auch sehr rasch.
Und leider ist mein „Lieblingsholz“- die Ulme- mit ihrem prächtigem Reifkernholz ungeschützt nur mäßig dauerhaft. Regelmäßig eine leicht pigmentierten Lasur aufgetragen bleibt ihr schönes Holzbild uns jedoch lange erhalten.
Auch die Holzhärte sagt nichts über die Haltbarkeit aus so verstockt die harte Rotbuche und die besonders harte Hainbuche draußen sehr schnell.
Thujaholz hingegen ist sehr weich und leicht, besitzt kein Harz und übertrifft in ihrer Haltbarkeit (durch Öle imprägniertes Kernholz) sogar die Lärche.
Das Splintholz der „guten“ Kernholzarten ist allerdings der Nässe ausgesetzt auch nicht stabil.
Besonders bei Eiche sollte deshalb vor dem Schnitzen unbedingt der Splint entfernt werden.

 

Sehr dauerhafte echte Kernholzarten:

Deutsche Eiche
Edelkastanie
Lärche
Robinie
Eibe
Mammutbaum
Thuja plicata u. occintentalis